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Das Reich der Träume und der Prophet (s.a.s.) - Übliche Fragen und Antworten


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Die Begegnung mit dem Propheten (s.a.s.) in einem Traum ist nicht vergleichbar mit der Begegnung mit dem Propheten (s.a.s.) im echten Leben. Es ist also nicht vergleichbar mit den Begegnungen der Prophetengefährten. Es geht eher darum, dass der Teufel im Traum nicht die Gestalt des Propheten (s.a.s.) annehmen kann.

Ist es wirklich er, den ich im Traum sehe?

Unter den echten und wahrhaftigen Träumen die ein Gläubiger taucht direkt am Anfang der Traum auf, in dem man den Propheten (s.a.s.) begegnet. Denn sein Erscheinen ist stets auf Wahrhaftigkeit fundiert und auch wenn manche dieser Träume ausgelegt werden müssen, so sind sie doch alle echt und wahrhaftig. Eine Überlieferung stützt dies:

Wer in seinem Traum mich sieht, hat wahrhaftig mich gesehen. Denn der Teufel kann nicht in meine Gestalt schlüpfen. (vgl. Buharî, Tabir 2, 10; Müslim, Rüya 10; (2266); Muvatta, Rüya 1, (2, 956))

Aufgrund dieser Überlieferung und die darin enthaltene Ansage haben Gelehrte verschiedene Ansichten formuliert. Manche haben gesagt, dass wenn man über die im Traum gesichtete Person das Gefühl hat „das ist unser Prophet, (s.a.s.)“ dann ist er es auch gewesen, völlig gleich wie er dann aussah (jung, alt, groß, klein etc.). Zu dieser Ansicht gelang auch Imam al-Rabbānī.

Andere haben gesagt, dass es sich um den Propheten (s.a.s.) handelt, wenn dieser in seiner eigenen Gestalt und Äußerlichkeit auftaucht. Anderenfalls kann es der Teufel sein, der eine andere (also nicht die des propheten (s.a.s.) Gestalt annimmt und behauptet er zu sein. Der Gelehrte Ibn al-ʿArabī teilte diese Auffassung.

Es gibt also teilweise unterschiedliche Auffassungen. Es ist aber auch wichtig zu erwähnen, dass eine Vielzahl an Gelehrten eher zu der Meinung von Ibn al-ʿArabī neigen.

Weitere Gelehrte haben erklärt, dass solch ein Traum zumindest weiter ausgelegt und analysiert werden muss.

Kann dann so ein Traum auch negativ aussehen und sich schlecht anfühlen?

Man muss betonen, dass Träume generell auch eine Reflektion des eigenen Lebens, der täglichen Gedanken und Gefühle darstellen. Wenn also jemand entsprechend negative Gedanken und Gefühle hat, dann könnte dieser Traum davon gefärbt werden. Es wäre auch denkbar, dass der Prophet (s.a.s.) einen im Traum ermahnt und vielleicht einem  seine Fehler aufzeigt. Auch das erzeugt dann vielleicht erstmal eine Last und ein Unwohlsein.

Es gibt aber auch eine Überlieferung die möglicherweise die Wahrscheinlichkeit solch einer Situation verringert:

Einen echten und wahrhaftigen Traum sehen diejenigen, die rechtschaffend reden und ihr Traum ist eine frohe Botschaft von Allah (c.c.) (Müslim, Rüya, 6)

Gibt es eine Überlieferung die besagt, dass man nicht mehr in die Hölle kommt wenn man einmal den Propheten (s.a.s.) gesehen hat?

Tatsächlich gibt es so eine Überlieferung (vgl. Tarihu Dımaşk,-1419/1998-Beyrut- 23/385). Allerdings wurde dabei eine nicht ganz transparente Überliefererkette benutzt. Man konnte diese Überlieferung auch in keinem anderen Werk wiederfinden. Daher würde wir uns davor hüten, diese Überlieferung als lückenlos bzw. als „Ṣaḥīḥ“ zu betrachten. Was die Geschichte uns gezeigt hat ist, dass selbst einige solche Menschen, die den Propheten (s.a.s.) leibhaftig sehen durften keine Garantie bekommen und schließlich in einem schlechten Zustand gestorben sind.

Manche Gelehrte erklären solche Überlieferungen damit, dass solche Personen – auch wenn sie in die Hölle kommen sollten – später in den Himmel gelangen weil sie den Glauben haben.

Nichtsdestotrotz ist im Islam klar beschrieben, was der richtige Weg ist und wie sich ein Muslim zu verhalten hat. Selbst wenn es eine Garantie für das Jenseits gäbe, würden sich unsere Aufgaben und Pflichten nicht ändern. Die Prophetengefährten sind das beste Beispiel dafür.

Was muss man machen um den Propheten (s.a.s.) im Traum zu treffen?

Der Traum ist eine Reflektion des Lebens und der alltäglichen Beschäftigung eines Menschen. Einer in der Wüste fast verdursteter Mensch wird sicher von Wasserfällen träumen. Ein Mensch der täglich Videospiele spielt, wird wahrscheinlich die Inhalte dieser Spiele im Traum erkunden. Wer sich mit dem Glauben und seinem Schöpfer beschäftigt, dabei im Herz die Sehnsucht nach dem Propheten (s.a.s.) trägt, wird möglicherweise ihn im Traum begegnen. Wir brauchen an der Stelle keine besonderen und geheimnisvollen Formeln oder Rituale. Der Islam legt offen, wie man sich als rechtschaffender Muslim im Glauben stärkt. Wir müssen die Gebote einhalten und uns von der Sünde fernhalten. Wir müssen unsere gottesdienlichen Pflichten ernst nehmen und verfolgen. Wir dürfen im Glauben keiner Fehlleitung folgen und uns durch die Befolgung der Sunna davon schützen.

 

Selam & Dua

Euer Fragenandenislam - Team

 

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