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Frage: Vermag Gott ein Geschöpf zu erschaffen welches größer ist als er selbst?


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Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Frage: Vermag Gott ein Geschöpf zu erschaffen welches größer ist als er selbst?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser


Wir erachten es als sinnvoll diese Frage in Form von 7 Punkten zu beantworten:

 

1. Hinter dieser Frage steckt ein Motiv:


Die Intention der Frage ist es den Glauben zu erschüttern, gutgläubige Menschen zu verwirren und das unschuldige Gehirn zu vergiften. Gleich dem Stachel eines Skorpions wird mit dieser demagogischen Frage versucht die Menschen zu vergiften.

 Würde man die Frage Mit "Ja" beantworten, so wäre der Vorwurf das Gott schwächer ist, als das von ihm geschaffene Geschöpf.

Würde man die Frage mit "Nein" beantworten, wäre der Vorwurf dass Gott nur eine begrenzte Macht besitzt.  In beiden Szenarien würde man Gott, Gott behüte, der Schwäche bezichtigen.

Die die solch eine Frage in den Raum werfen, betreiben offensichtlich Demagogie in dem sie von Gott, der keinen Teilhaber haben kann, erwarten das er eben diesen Teilhaber erschafft und dann, obwohl sie akzeptieren dass dieser ein Geschöpf ist, die Möglichkeit sehen dass dieses Geschöpf grösser als Gott sein könnte.

Diese Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, dass Gott in seinem erhabenen Dasein in keinster Weise seinen Geschöpfen ähnelt. So wie ein Kunstwerk seinem Künstler nicht  gleicht, genauso wenig ähnelt Gott den von ihm erschaffenen Geschöpfen.

Diese Tatsache nicht zu Wissen, ist ein Zeichen von Unwissenheit. Diese Menschen sind sich nicht bewusst darüber, dass Gott grenzenlos mächtig, die Geschöpfe hingegen unendlich schwach sind.


2. Bei der Frage wird etwas was lediglich theoretisch möglich ist, verwechselt mit etwas was auch verstandesgemäß möglich ist.


Verstandesgemäß möglich: Etwas was verstandesgemäß sein kann oder aber auch nicht. Z.B. kann jemand der verheiratet ist Kinder haben oder aber auch nicht.

Theoretisch möglich: Etwas dessen zu Stande kommen unmöglich ist, ohne jeden Anhaltspunkt und damit nur eine Einbildung (z.B. das der Atlantische Ozean in diesem Moment aus Zuckersirup bestehen würde). Dinge die lediglich theoretisch möglich sind, können nicht Basis für ein Urteil sein. Da sie sich nicht auf einen Beweis oder eine Wahrheit stützen, beschäftigt sich die Logik und Denklehre nicht mit Dingen die lediglich theoretisch möglich sind.

Der Begriff "theoretisch möglich" stützt sich lediglich auf 'könnte sein', 'möglicherweise' und derlei Wunschvorstellungen und Träume.

Bei der Frage ob Gott ein Geschöpf erschaffen kann, welches größer ist als er selbst wurden die Begriffe "theoretisch möglich" und "verstandesgemäß möglich" miteinander  verwechselt. Diese Frage ist lediglich die Frucht einer unmöglichen Phantasievorstellung, welche sich nicht auf irgendwelche Wahrheiten stützt und daher absurd ist und für den Verstand nicht gangbar ist. Kein Verstand könnte je akzeptieren das irgend ein Geschöpf größer als Gott sein könnte.


3. Mit der Fragestellung wird Demagogie betrieben


In der Logik werden Vergleiche die auf irrealen Bedingungen basieren als Demagogie betrachtet.

Ein Demagoge der z.B. auf einer Mauer das aufgemalte Abbild eines Menschen sieht sagt: "Dies Bild kann sprechen. Denn es stellt einen Menschen dar. Denn da alle Menschen sprechen können, muss auch dieses Bild sprechen können." Und begeht damit einen schweren Fehler. Sich vorzustellen das ein von Gott geschaffenes Geschöpf größer bzw. mächtiger als Gott sein könnte, ist ein noch weitaus grösserer Fehler.

Basis der Fragestellung sind folgende Stadien:

1) Das Geschöpf wessen Erschaffung man sich vorstellt, existiert zuerst nicht.

2) Die Erwartung das Gott dies Geschöpf erschafft, und somit Gott der Erschaffer das  Geschöpf das Erschaffene ist.

3) Neben der eigentlichen Erschaffung des Geschöpfes durch Gott, wird auch die Vergabe von Grösse, Kraft und Beständigkeit durch Gott erwartet.

Obwohl die Konsequenz der obigen Stadien, Gottes grenzenlose Grösse, seine Einzigartigkeit als Erschaffer, seine zeitlose Existenz (von Ewigkeit zu Ewigkeit) und seine absolute Allmacht ist, und für das Geschöpf die Bedürftigkeit der Erschaffung, Schwäche und Armseligkeit, wird gefragt ob dies Geschöpf grösser bzw. mächtiger als Gott sein könnte. D.h. die Fragestellung ist noch weitaus absurder als das weiter oben genannte Beispiel.

4. Die Fragestellung ist voll von Widersprüchen.

Der Vergleich der mit der Frage getätigt wird, beruht auf widersprüchlichen Annahmen. Deshalb hat diese Frage auch nicht die Eigenschaften einer Behauptung, und kann somit nicht Basis einer solchen sein. Z.B., basiert die Frage "Kann man eine Zahl niederschreiben die grösser ist als unendlich?" auf widersprüchlichen Annahmen. Daher hat sie auch keinen Wissenschaftlichen Wert. Denn per Definition kann es keine Zahl größer als unendlich geben, als dass so eine Frage einen Sinn ergeben würde. Wenn 'unendlich' für etwas steht was kein Ende hat und sich nicht übertreffen lässt, so findet sich keine Zahl die sich mit unendlich messen kann. Liese sich aber eine Zahl finden die grösser als unendlich wäre, so wäre es nicht 'unendlich' gewesen.

Da die Fragestellung so voller Widersprüche ist, hat sie weder in Puncto Logik noch unter wissenschaftlicher Hinsicht irgendeinen Wert.

Die Vollkommenheit eines Werkes ist eine Manifestation der Vollkommenheit desjenigen, der dieses Werk geschaffen hat. Weiterhin kann die Vollkommenheit eines Werkes dasjenige seines Meisters sicherlich nicht übersteigen. Das von einem Gelehrten verfasste Buch kann sicherlich nicht mehr Wissen beinhalten, als der Gelehrte besitzt. Und so kann auch ein Architekt kein Gebäude entwerfen, welches seine eigenen Talente und Fähigkeiten übersteigt. Ebenso ist es absurd anzunehmen die Sonne könnte einen Tropfen Wasser mit mehr Licht anstrahlen als ihr zu eigen ist.

Die Frage "Vermag Gott ein Geschöpf zu erschaffen welches größer ist als er selbst?" ist sinnlos wie die Frage ob Gott einem seiner Geschöpfe ein grösseres Maß an Vollkommenheit geben kann, als er selbst besitzt.

Die Frage beinhaltet so viele Unmöglichkeiten wie die Eigenschaften Gottes.

Anbei einige Beispiele:

Eine von Gottes Eigenschaften ist seine Macht und Stärke. Wenn wir die Fragestellung unter diesem Gesichtspunkt betrachten ergibt sich folgendes:

"Kann der Allmächtige Gott ein Geschöpf erschaffen welches Mächtiger ist als er selbst?"

Wer solch eine Frage stellt, hat den Begriff der Unendlichkeit nicht verstanden. Eine Macht größer als Unendlich kann es ja prinzipiell nicht geben, als dass die Frage einen Sinn ergeben würde. Der grenzenlose Weltraum und alles in ihm sind die Manifestationen seiner grenzenlosen Allmacht. Das Spiegelbild eines imposanten Berges hat nicht einmal das Gewicht eines Kieselsteins. Unzählbar viele Sterne und Galaxien sind allesamt Manifestationen seiner Namen. Es ist nicht vorstellbar das diese Manifestationen ihn schwächeln lassen. Selbst wenn er in jedem Augenblick Milliarden solcher Universen erschaffen würde, wäre das für seine Allmacht ein leichtes.

Betrachtet man die Frage im Hinblick auf die Eigenschaft des Willens so ergibt sich folgendes:

"Kann Gott der den absoluten Willen und Autorität besitzt eine Gottheit erschaffen die seinem Willen nicht untergeordnet ist und seiner Autorität Grenzen aufzeigt?"

Doch ist Gottes Wille absolut, unendlich. Ihm lassen sich keine Schranken aufzeigen. Es ist unmöglich das sich ein Geschöpf diesem Willen entziehen kann. Desweiteren ist etwas von Gott erschaffenes, sein Geschöpf. Ein Geschöpf unterliegt aber seines Schöpfers Willen. Mit der Fragestellung wird angenommen dass der Wille des Schöpfers begrenzt, der Wille des Geschöpfes hingegen unendlich ist, und somit den Widerspruch erzeugt dass etwas endliches etwas unendlichem Grenzen aufzeigt.

Betrachtet man die Frage im Hinblick darauf dass Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit existiert, ergibt sich folgende sinnlose Frage:

"Kann Gott ein Geschöpf erschaffen welches bereits vor ihm existiert und auch nach ihm noch existieren wird?"

Des Herrn von Ewigkeit zu Ewigkeit zweier Namen sind der 'Erste' und der 'Letzte'. Sowie es nichts vor ihm gab kann es auch nichts nach ihm geben. Ein 'zuvor' vor der Ewigkeit (in Bezug auf die Vergangenheit) kann es ebenso wenig geben, wie ein 'danach' nach der Ewigkeit (in Bezug auf die Zukunft). Daher ergibt die Frage auch keinen Sinn. Gemäß dieser Frage soll also ein Geschöpf welches von Gott, der von Ewigkeit zu Ewigkeit existiert, erschaffen wurde ebenfalls von Ewigkeit an existiert haben und auch in alle Ewigkeit existieren.

Analoges ergibt sich bei Betrachtung anderer Eigenschaften Gottes wie z.B. der Hörende bzw. der Sehende.

Es ist erstaunlich dass solche Fragen voller Widersprüche in der heutigen Zeit Menschen vom rechten Weg verführen können.


5. Mit der Fragestellung wird versucht Wahrheiten ins Gegenteil zuverkehren.


Es ist offensichtlich dass eine Wahrheit sich nicht in das Gegenteil verkehren kann. Weiterhin kann etwas sich nicht in sein Gegenteil verkehren und trotzdem sein Wesen und Charakter beibehalten. Z.B. kann die Sonne sich nicht in Wasser umwandeln und dabei den Charakter der Sonne beibehalten, oder der Mensch sich in einen Löwen verwandeln und trotzdem das Wesen eines Menschen beibehalten. Analog gibt es noch viele weitere Beispiele. Wenn doch bei Geschöpfen Gottes die Verkehrung in das Gegenteil zu solchen Unmöglichkeiten führt, so kann man sich vorstellen in welchem Grade es noch viel unsinniger wäre, würde man dies bei Gott annehmen.

Bei der Eingangsfrage wird bzgl. der grenzenlosen Eigenschaften Gottes deren Verkehrung in ihr Gegenteil angenommen. Der Fragesteller begeht die Unmöglichkeit bei dem zu erschaffenden Geschöpf welches durch Vergänglichkeit, Schwäche und Abhängkeit geprägt ist, dessen Verkehrung in ihr Gegenteil, der grenzenlosen Allmacht und Vollkommenheit, anzunehmen. Gottes absolute Vollkommenheit wird sich nicht in ihr Gegenteil der absoluten Unvollkommenheit, seine absolute Schönheit nicht in absolute Widerwärtigkeit und seine absolute Allmacht nicht in absolute Schwäche verkehren.

Der majestätische Herr ist grenzenlos geheiligt, die Geschöpfe hingegen unendlich minderwertig. Gott ist grenzenlos wissend und im Besitz der absoluten Autorität. Die Schöpfung hingegen ist unwissend und unterliegt seiner Herrschaft. Gottes Existenz ist aus sich selbst heraus zwingend erforderlich, und er existiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Existenz von allem was er erschaffen hat bzw. noch erschaffen wird, ist jedoch lediglich möglich nicht aber zwingend erforderlich und des weiteren vergänglich.

Gemäß der Vorstellung des Fragestellers, soll Gott, obwohl von Ewigkeit an existierend, erst ab einem Zeitpunkt existiert haben. Und das besagte Geschöpf, obwohl es erst an einem bestimmten Zeitpunkt erschaffen wurde, soll bereits von Ewigkeit an existiert haben. So dass man sich dann dies Geschöpf als 'größer' als Gott vorstellen möge.

Gott, obwohl Allmächtig, soll machtlos sein, und das Geschöpf welches darauf angewiesen ist von Gott erschaffen zu werden, soll Allmächtig sein.

Analog lassen sich weiter Beispiele finden.


6. Der Fragesteller weiß nicht um die verschiedenen Ebenen der Existenz


Um die Antwort auf die Frage zu verstehen, muss man über folgende 3 Begriffe im Bilde sein. Zwingend erforderlich, Möglich, Unmöglich. Weitere Alternativen zu diesen dreien kann es nicht geben.

An dem Beispiel einer schönen Skulptur lassen sich die 3 Begriffe wie folgt erklären:

Es ist zwingend erforderlich dass eine Skulptur einen Meister hat, der diese gefertigt hat. Denn ein Kunstwerk ist ohne einen zugehörigen Meister nicht vorstellbar.

Bevor die Skulptur gefertigt wurde, war für den Künstler die Fertigung möglich aber nicht zwingend erforderlich. D.h. er hätte sie anfertigen, oder es aber auch sein lassen können. Das die Skulptur vollkommener, geschickter und mächtiger als sein Künstler sein könnte ist hingegen unmöglich.

Analog kann man den Sachverhalt auch am Beispiel der Sonne erläutern:

Das die Sonne Licht ausstrahlt ist zwingend erforderlich. Denn die Sonne  ohne ihr Sonnenlicht ist nicht vorstellbar. Würde man sich die Sonne beseelt und lebendig vorstellen, so wäre es möglich das sie dem den sie wollte ihr Licht spendet, oder auch nicht. Das jedoch das Abbild der Sonne in einem Spiegel die Größe und Temperatur der Sonne annimmt und obendrein die Planeten um sich Kreisen lässt, ist absolut unmöglich.

Wie in den obigen Beispielen erläutert, existieren 3 verschiedene Ebenen der Existenz: Zwingend erforderlich, möglich und unmöglich.

Die Existenz Gottes, unseres Schöpfers, ist zwingend erforderlich. Die Existenz alles bereits erschaffenen und allem was noch erschaffen werden wird ist möglich. Die Existenz eines Teilhabers bzw. jemanden der ihm gleicht oder ähnelt oder aber dass eines seiner Geschöüfe größer und mächtiger ist als er, ist hingegen unmöglich.

Die Existenz Gottes ist zwingend erforderlich. Er existiert aus sich selbst heraus. Seine Existenz ist von keinerlei Ursachen oder Bedingungen abhängig. Sein Dasein ähnelt in keinster Weise dem Dasein seiner Geschöpfe. In keinster Weise gibt es etwas, was ihm gleicht oder ähnelt.

Für Dinge deren Existenz möglich (aber nicht zwingend erforderlich) ist, ist die Existenz bzw. die Nichtexistenz gleichwertig. Es könnte existieren, es könnte aber auch nicht existieren. Weder die Existenz noch die Nichtexistenz sind unmöglich. Alles was erschaffen wurde oder was erschaffen werden könnte, ist möglich.

Z.B. ist für einen Schriftsteller die Niederschrift eines Buchstabens oder deren Unterlassung gleichwertig. Er könnte den Buchstaben schreiben oder aber auch nicht, d.h. für den Buchstaben sind beide Zustände relevant. Sowohl die Existenz als auch die Nichtexistenz. Die Alternative für die sich der Schriftsteller entscheidet wird sich realisieren. Entscheidet er sich für die Niederschrift so wechselt der Buchstabe von der Nichtexistenz in die Existenz. Entscheidet er sich dagegen so verbleibt der Buchstabe in der Nichtexistenz.

Alles was möglich ist, ist im Angesicht Gottes wie dieser Buchstabe. So wie das Universum durch seine Erschaffung durch Gott zum Vorschein gekommen ist, so ist auch seine weitere Existenz von seiner Macht, Leitung und Willen abhängig. Sowohl bei seiner Erschaffung als auch für ihr Fortbestehen ist es auf Gott angewiesen.

Es gibt nichts was im Bereich des Möglichen wäre, dessen Gott nicht gewachsen wäre. Gegenüber seinem Willen und seiner absoluten Macht ist alles gleichwertig. Ob gross oder klein, es macht keinen Unterschied. Dieser Macht gegenüber macht es keinen Unterschied ob alle Galaxien oder ein einzelnes Atom. Eine einzelne Blume oder aber der gesamte Frühling, ein Teil oder das Ganze, es macht keinen Unterschied.

Bei Dingen die möglich sind, gibt es zwei Seiten die es zu betrachten gilt, nämlich das Sein und das Nichtsein. Bei unmöglichen Dingen gibt es hingegen nur eine Seite, das Nichtsein bzw. die Nichtexistenz. Die Nichtexistenz ist eine dauerhafte Eigenschaft des Unmöglichen. Sich die Existenz etwas Unmöglichen vorzustellen ruft Wiedersprüche hervor. Z.B. kann eine ganze Zahl entweder gerade oder ungerade sein. Das eine ganze Zahl hingegen sowohl gerade als auch ungerade ist, ist nicht möglich. Es ist unmöglich das ein Mensch gleichzeitig steht als auch sitzt. Es ist unmöglich das eine Zahl größer als unendlich sein könnte. Ebenso ist es unmöglich das Gott einen Teilhaber hat oder irgend jemand ihm gleicht.

Etwas, dessen Existenz lediglich möglich ist, kann niemals größer sein als derjenige dessen Existenz zwingend erforderlich ist.

Es ist unmöglich, dass ein Geschöpf seinem Schöpfer überlegen ist.

Der Fragesteller versucht mit dieser demagogischen Frage das Unmögliche als möglich erscheinen zu lassen.


7. Der Fragesteller versteht den Begriff der Größe nicht.


Die Größe Gottes ergibt sich nicht durch den Vergleich mit seinen Geschöpfen. D.h. seine Größe ist Teil seines Wesens, und lässt keinen Vergleich mit seinen Geschöpfen zu. So wie sein Wesen keinem seiner Geschöpfe ähnelt, so lässt sich auch seine Grösse nicht mit denen seiner Geschöpfe vergleichen und seine Dimension nicht begreifen. Die Grösse der Geschöpfe hingegen ergibt sich durch den Vergleich zueinander.

Diese Wahrheit soll mit nachfolgendem Beispiel veranschaulicht werden. Man kann nicht die Grösse der Sonne mit ihren Reflektionen in Schneeflocken vergleichen. Denn alle Reflektionen beziehen ihren Glanz von der Sonne. Wie könnten sie da einen Vergleich mit der Sonne eingehen.

Analog wie im obigen Beispiel lässt sich die Grösse Gottes, dessen Wissen, Macht, Majestät und Herrlichkeit keine Grenzen kennt, in keinster Weise mit denen seiner Geschöpfe vergleichen. Denn alles erschaffene sind Reflektionen seiner Attribute und Namen. Deren Dasein ist nur durch seine Erschaffung, deren Leben bedingt dadurch das er Leben geschenkt hat. Deren Grösse ist lediglich in Bezug zueinander. Wenn eines von Gottes Geschöpfen, wie des Menschen Verstand oder des Menschen Phantasie, versucht sich das größte von größtem vorzustellen, so bleibt es doch nur etwas großes in Bezug auf die Geschöpfe. Gottes tatsächliche Grösse ist jedoch erhaben über das was sich der Verstand und die Phantasie vorzustellen vermögen.

Es gibt in der Mathematik den Begriff 'unendlich'. Jedwede Zahl ist unvergleich klein im Vergleich zu unendlich. Die Größe von Zahlen, abseits unendlich, ergibt sich durch den Vergleich untereinander. Gegenüber unendlich macht es keinen Unterschied ob 1 oder eine Million. Ob gross oder klein, macht im Vergleich zum Unendlichen keinerlei Unterschied. Würde man sich alle Zahlen als beseelt vorstellen, so könnten sie allesamt den Begriff des Unendlichen nicht begreifen. Ebenso vermang niemand die grenzenlose Grösse Gottes zu begreifen. Diese absolute grenzenlose Grösse kann nicht von einem begrenzten Verstand erfasst werden.

Von dem in der Fragestellung gesprochenen Wesen, wird a priori akzeptiert das es ein Geschöpf ist. Die Größe eines Geschöpf, wie groß es auch immer sein mag, gilt aber nur in Vergleich gegenüber anderen Geschöpfen und ist auch nur gegenüber diesen Vorstellbar.

Dass ein Kunstwerk seinem Künstler nicht überlegen sein kann, ist eine Tatsache die keiner Diskussion bedarf. Z.B. all die Vollkommenheit und Schönheit die sich in der berühmten Selimiye Moschee wiederfindet, ist der Vollkommenheit und dem Wissen des Architekten entsprungen. Was diese Steine zu einem Kunstwerk zusammen gebracht hat, ist die Feinheit des Geistes des Architekten Sinan, sowie die Tiefe in seinen Überlegungen und die Meisterschaft seines Handwerks. Der Applaus gilt Sinan, und die Anerkennung gebührt ihm. Angenommen Sinan hätte ewig gelebt, so hätte er noch viele weitere Moscheen gebaut, und andere Kunstwerke zustande gebracht. All diese Werke wären Beweis für seine Größe. Doch die Größe und Vollkommenheit der Kunstwerke, ließe sich nicht vergleichen mit der Größe und Vollkommenheit des Architekten Sinan.

Diese gewaltige Schule, auch Universum genannt, mitsamt der Erde, den Sternen und den unzähligen Galaxien sind Kunstwerke Gottes, sein Werk und seine Geschöpfe. Für jegliche Schönheit und Vollkommenheit die sich in ihnen findet, zeichnen sich die Namen und Eigenschaften Gottes verantwortlich.

Alles was es da gibt, bleibt einzig und allein durch Gottes Macht, Willen und Herrschaft bestehen. Von den Atomen bis zu den Galaxien ist alles und unter jedweden Umständen und zu jeder Zeit unter der Beobachtung seiner Herrschaft. Gegenüber seiner Herrschaft ist alles Untertan und gegenüber seiner Grösse alles klein und bedeutungslos.

So ist denn die Quelle für die Eingangsfrage die Unwissenheit bzgl. des Begriffs 'Größe' und die Unkenntnis über die Bedeutung von 'Schöpfer' und 'Geschöpf'.

Selam & Dua 

Fragenandenislam - Team

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