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Ist das Leben ein Kampf?


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Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Ist das Leben ein Kampf?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser


Ist das Leben ein Kampf oder ist es eine gegenseitige Hilfestellung (Unterstützung)? Es ist Fakt, dass die großen Fische die kleinen verspeisen und die kleinen Fische davor flüchten den Großen nicht als Nahrung zu dienen. Ein Löwe fällt über die Antilope her und die Antilope rennt wie der Wind, um nicht des Löwen Fraß zu werden. Auf der Erdoberfläche geschehen eine reihe solcher Ereignisse.

Jedes Lebewesen ist bemüht, dass ihm anvertraute Leben zu bewahren. Zum Schutze des eigenen Lebens findet ein immerwährendes Ringen statt. Die ihren Schöpfer vergessenden und ihr Ego für sich zum Gott erklärenden Menschen, die für das eigene Interesse alles zu opfern bereit sind bezeichnen diese Anstrengung als einen Kampf. Eigentlich ist in dieser Bekämpfung eine gegenseitige Hilfestellung zugrunde gelegt. Das Ausmaß dieser Dienstleistung bewahrheitet sich durch folgende Tatsache. Das Jägertier erbeutet in der Regel nur die schwachen, alten oder die kranken Tiere. Einer gesunden Antilope zum Beispiel ist die Schnelligkeit gegeben vor dem Löwen davonzulaufen, um dem Löwen somit keine Beute zu werden. Von den knapp eine Million Eiern, die ein Fisch in einem Jahr legt, sind nur die schwächsten und kränksten für die großen Fische als Futter bestimmt. Somit dienen die Jäger sozusagen als „Müllmänner“ und bewahren somit indirekter Weise die Gattung der gejagten Tiere vor gefährlichen und übertragbaren Krankheiten.
Dass dies so ist versteht sich daher, dass sowohl die Gattung der Jäger als auch die der Gejagten aufrechterhalten bleibt und dass die Anzahl der gejagten immer größer ist als die der Jäger.

Eigentlich sollte man das Universum als ganzes betrachten und diese Geschehnisse als Teile dessen sehen. Das Universum weist uns auf das Dasein eines Schöpfers hin und darauf, dass Er das mit einer bestimmten Absicht erschaffen hat. Fazit, dass was die unachtsamen Leugner als Kampf betrachten, ist in Wirklichkeit eine wechselseitige Unterstützung, die zur gegenseitigen Erhaltung dient.

In diesem Universum sind auch Kämpfe enthalten und auch in den Bereichen von dem eben die Rede war. Die sichtbaren Kämpfe des täglichen Überlebens lassen aber nicht darauf schließen, dass das Leben im Allgemeinen ein einziger Kampf ist. Weil ihnen aber die eigentlichen Bezeichnungen dessen entfallen sind, lenken das Ego und der Teufel diese Menschen zu Fehlschlüssen.

Alles, was da ist im Kosmos, unterstützt sich gegenseitig, steht in einer Art Dialog miteinander. Das Subsidiaritätsverhältnis (unterstützende Verhältnis) aller Geschöpfe untereinander zeigt uns, wie sie alle von der Sorge des Einen und Einzigen gehalten sind, der alle Dinge lenkt und leitet, verwaltet und regiert, der über alles verfügt und befiehlt, des Herrn in dessen Dienste sie alle gestellt sind.
Denn angefangen von der Sonne, die auf Befehl ihres Herrn allen Lebewesen zubereitet, wessen sie bedürfen, über den Mond, der uns zu unserem Kalender dient, bis hin zu Licht, Luft, Wasser und Nahrung, eilen sie alle den Lebewesen zur Hilfe.

Und weiter eilen die Pflanzen den Tieren zur Hilfe. Die Tiere eilen den Menschen zur Hilfe. Ja sogar die einzelnen Organe des Körpers unterstützen sich gegenseitig. Bis schließlich am Ende selbst die Vitalstoffe den Zellen des Körpers zu Hilfe Kommen.

So zeigt nach dem Grundsatz der Subsidiarität alles Geschaffene, selbst die tote, starre Materie, in der gegenseitigen Hilfeleistung, dass alles unter dem Gesetz der Freigiebigkeit, dem Grundsatz der Liebe, dem Prinzip der Barmherzigkeit in großer Weisheit und Freigiebigkeit einander zur Hilfe, einander auf den gegenseitigen Hilferuf antwortet, einander Halt und Stütze bietet und beweist dadurch offensichtlich, dass (alle Schöpfung) Diener und Beamter und zugleich auch ein Kunstwerk des Einen, Einzigen und Alleinigen, Einzigartigen und Unvergleichlichen, Allmächtigen, Allwissenden, Allbarmherzigen, des Vollkommenen-Freigebigen und Einen, der da notwendigerweise sein muss, ist.
Nun also denn, oh du armseliger, verlorener Sophistiker! Was hast du nun zu diesem gewaltigen Fenster zu sagen? Meinst du etwa, dass dein „Zufall“ all dies zu bewirken vermöchte?
(Zehntes Fenster des Dreiunddreißigsten Wortes aus dem Risale-i-Nur Gesamtwerk von Bedüizzaman Said Nursi)

Zafer Verlag


Selam & Dua

Fragenandenislam - Team


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