Anasayfa | Tod und Jenseits

Müsste der Körper einer Person die in die Hölle kommt, nicht in den Himmel gelangen?


YazdırEinem Freund senden
Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Denn auch auf Erden gehorchte der Körper ja stets Gott. Der Köprer macht ja somit eigentlich nichts falsches.
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Das Gehorsam des Körpers Gott gegenüber bedeutet, dass der Körper aus biologischer Sicht mit Hilfe des Wissens und des Vermögens Gottes entsprechend der Einwirkung des göttlichen Namens "al-Qayyūm" (der ewig und allseits aufrecht Erhaltende) aufrecht erhalten wird.

Dem Körper obliegt bei solch einer Arbeitsweise weder eine Belohnung, noch eine Bestrafung. Die Situation des Körpers ist gleichzusetzen mit dem einer Pflanze.

Das was dem Menschen seine Menschlichkeit verleiht (wir sprechen hier nicht von der biologischen Lebendigkeit) ist allerdings das Zusammenkommen des Körpers mit der Seele, welches ein Bewusstsein aufgetragen bekommen hat. Uns liegt hier ein Mensch mit einem freien Willen vor.

Die Organe des Körpers sind einzelne Werkzeuge der Seele. Das Recht bzw. das Vermögen sie richtig zu nutzen oder aber zu missbrauchen, liegt bei der Seele.

Aus diesem Grund ist der Mensch nicht einzig auf die Seele oder den Körper zu reduzieren. Der Mensch ist ein Geschöpf das sowohl seelischen als auch körperlichen Ursrpung hat, sein Wesen besteht aus seelischer und körperlicher Natur. In dieser Hinsicht ist es eine Notwendigkeit der Gerechtigkeit dass den Organen der Seele sowie auch des Körpers Strafen und Belohnungen obliegen.

Somit macht es wenig Sinn, wenn der Körper alleine in den Himmel oder in die Hölle gelangt. Denn der Körper allein vernimmt kein Wohl oder Leid. Der Körper ohne eine Seele ist wie ein lebloser Stein.

Die eigentliche Frage, die sich hier stellt ist, welche Weisheit dahinter stecken mag, dass der Köprer im Jenseits wiederbelebt wird. Denn der Körper hat eigentlich kein Verhältnis zum Jenseits, warum sollte man also auch diesen wiederbeleben?

"Bediüzzaman" Said Nursi hat hierzu einen äußerst interessanten Kommentar.

Frage: Was hat ein Körper, der allen Fehlern, Mängeln, Veränderungen, der Unbeständigkeit und dem Leiden ausgesetzt ist, mit der Ewigkeit und dem Paradies zu tun? Wenn es doch für den Geist erhabene Genüsse zur Genüge gibt, wozu wird dann um der körperlichen Genüsse willen eine körperliche Auferstehung notwendig?
Antwort: Dies ist so, weil die Erde zwar im Vergleich zum Wasser, der Luft und dem Licht dicht und dunkel ist. Doch weil sie die Basis für die Entstehung aller Arten von Kunstwerken Gottes ist, übersteigt sie in ihrer Bedeutung alle anderen Elemente. Des Weiteren übersteigt die Begierde (nefs) des Menschen auf Grund des Geheimnisses ihrer Vielfältigkeit unter der Bedingung innerlicher Läuterung, alle feinstofflichen, innerlichen Organe (Latife) des Menschen. Genauso ist der Körper ein äußerst vielfältiger, umfassender und reicher Spiegel der Erscheinungen der Namen Gottes. Die Werkzeuge, die dazu dienen, alles, was sich in den Schatzkammern vorfindet, zu messen und zu wiegen, finden sich im Körper.
Wenn zum Beispiel der Geschmackssinn der Zunge hinsichtlich des Genusses bei der Ernährung nicht das Beet für so viele Messgeräte wäre, wie ihm die Zahl der Arten von Speisen entspricht, könnte sie eine jede von ihnen für sich speziell nicht spüren, nicht kennen, nicht genießen und wiegen. Des Weiteren liegen die Geräte, um die Erscheinungen der Namen Gottes zu verspüren und zu kennen, zu erleben und zu erkennen wiederum im Körper. Des Weiteren liegen Fähigkeiten, um überaus verschiedene und unendlich voneinander unterschiedliche Geschmacksarten zu empfinden wiederum im Körper.
Außerdem wird es aus dem Verlauf des Kosmos und von der Vielseitigkeit des Menschen her, wie es im »Elften Wort« bewiesen wurde, klar verständlich, dass der Meister dieses Kosmos durch diesen Kosmos alle Schätze Seiner Barmherzigkeit zu erkennen geben, alle Erscheinungen Seiner Namen verkünden und alle Arten seiner Gnadengaben schmecken lassen will. Mit Sicherheit wird der Ort der Glückseligkeit, welcher das größte Sammelbecken des Flusses dieses Kosmos, der gewaltigste Ausstellungsort für das Produkt aus der Werkbank dieses Kosmos und der ewige Speicher für den Acker dieser Welt ist, diesem Kosmos gewissermaßen ähnlich sein. Er wird alle dessen körperlichen wie geistigen Grundlagen aufbewahren. Und dieser Meister, der Allweise und dieser Gerechte, der Barmherzige, wird mit Sicherheit diesen Organen des Körpers als einen Lohn für ihre Arbeit Genüsse geben, wie es ihnen entspricht, als eine Belohnung für ihre Dienste und als Segen ihrer jeweiligen gottesdienstlichen Tätigkeiten. Das Gegenteil widerspricht Seiner Weisheit, Seiner Gerechtigkeit und Seiner Barmherzigkeit, was in keiner Hinsicht der Schönheit Seiner Barmherzigkeit und der Vollkommenheit Seiner Gerechtigkeit entspräche und sich nicht mit ihnen vereinbaren ließe. (Said Nursi, Risale-i Nur "Worte"; 28.Wort)

Selam & Dua
Fragenandenislam - Team

 

Share this