Anasayfa | Iman

Was passiert mit unseren Verwandten die ein sündiges Leben geführt haben im Jenseits?


YazdırEinem Freund senden
Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Haben sie eine Hoffnung auf Erlösung und den Himmel?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Zunächst gilt es zu sagen, dass keiner das Unbekannte wissen kann, außer Gott. (vgl. Sura al-Anʿām 59 und Sura an-Naml 65). Es wäre also für uns Menschen anmaßend ein finales Urteil darüber zu fällen, wer wie zu beurteilen ist. Wir können aber gemäß den Richtlinien die Gott uns im Qurʾān mitteilt gewisse Tendenzen und Schlüsse ziehen, dafür muss man aber auch manche Eigenschaften Gottes besser kennenlernen.

Wir glauben an ein Gott dessen Barmherzigkeit größer als alles andere ist. Dies geht so weit dass Gott uns befehlt, nicht in Hoffnungslosigkeit zu verfallen, da er der Vergeber aller Sünden ist.

Sag: O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit. Gewiß, Gott vergibt die Sünden alle. Er ist ja der Allvergebende und Barmherzige (Sura az-Zumar 53).

Wir unterstreichen dabei den Begriff "Befehl" denn das Gebet stellt eine Säule des Islam dar und stellt daher ein Befehl für alle Gläubigen dar. Technisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen den Charakter diesem Befehls und den Befehl, Hoffnung im Herzen zu tragen. Einzig der Mensch der Gott mit vollem Bewusstsein ablehnt ist nicht verzeihbar aber jeder Gläubige, hat die Aussicht auf Vergebung, da Gott dieses Versprechen deklariert. Dazu sehen wir uns einige Überlieferung an die die Reue ("Tawba") thematisieren.

"Der der Buße tut, ist so als ob er nicht gesündigt hat" (Ibni Mace)

"Wo doch die Barmherzigkeit Gottes so weit ist, wie kann man da die Hoffnung an seine Barmherzigkeit verlieren?"

Man sieht also dass die Hoffnung nicht nur ein Geschenk Gottes ist, sondern auch ein integraler und unabstreitbarer Bestandteil der Religion ist. Es ist uns fern zu glauben dass Gott seine Schöpfüng erschaffen hat um mit ihr die Hölle zu füllen. Dafür braucht Gott nicht erst das Leben zu schenken, zumal die Erschaffung des Lebens als Ganzes schon ein unglaublicher und mit Worten kaum beschreibbarer Ausdruck der Barmherzigkeit ist. Nichts was wir tun oder leisten könnte Gott von Nutzen sein, Gott hat keinen Nutzen an uns. Das einzige was uns Aufrecht erhält ist die Barmherzigkeit Gottes.

Gott hat nicht gewisse Menschen für die Hölle erschaffen sondern die Hölle für gewisse Menschen erschaffen. Ein Staat baut auch kein Gefägnis auf, um es anschließend willkürlich mit passend erscheinenden Menschen zu füllen. Für den Eintritt in dieses Gefängnis muss man sich erstmal qualifizieren, indem man eine entsprechende Straftat begeht. So ähnlich hat Gott auch die Hölle erschaffen, eben für solche Menschen, die sich dafür qualifizieren. Den Himmel erlangt man nicht durch die reine Summe guter Taten. In Den Himmel findet man erst Einlass, wenn man sich dafür mit seiner Glaubenshaltung qualifiziert. Die tugendhafte Arbeit bestimmt dann Weiteres wie etwa den Rang im Himmel und den Grad oder Form an Genuss. Ein sehr gut ausgebildeter Muslim würde im Himmel z.B. die Lesezirkel der Propheten intensiver genießen als ein weniger gebildeter Muslim. Als Muslim finden aber beide Einlass in den Himmel, daraus bildet sich folgender wichtiger Grundsatz;

 

"Die Ideologie bestimmt den Raum, die Taten bestimmen den Rang."

 

Zu denken dass, eine Sünde so groß ist, dass sie die Barmherzigkeit Gottes überschreitet wäre daher sehr gefährlich und nicht zuletzt ein Fehltritt im Glauben.

 

Selam & Dua 

Fragenandenislam - Team

 

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