Anasayfa | Das Gebet

Welche Bedeutungen, Weisheiten (hikmet) und Erkenntnisse verbergen sich in den fünf Gebetszeiten?


YazdırEinem Freund senden
Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Welche Bedeutungen, Weisheiten (hikmet) und Erkenntnisse verbergen sich in den fünf Gebetszeiten?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser


Die Weisheit in der Anordnung und Festlegung der Gebetszeiten beinhaltet unendlich viele Aspekte, die miteinander in Beziehung stehen und sich gegenseitig vervollkommnen. In den nachfolgenden Textpassagen werden einige Hinweise bzw. Anmerkungen bezüglich der Weisheiten der Gebetszeiten geschildert.

So wie der Mensch von dieser *„Welt im Großen, ein Gegenstück im Kleinen ist“ und das Gebet (namaz) wie ein einzigartiges Verzeichnis „alle Arten der Anbetung (ibadet)“ beinhaltet und „alle Farben und Schattierungen der Anbetung in der gesamten belebten wie unbelebten Natur“ in sich vereinigt, sind die Gebetszeiten jedes für sich sowohl ein Hinweis als auch eine komprimierte Zusammenfassung aller Zeitdimensionen.

So wie die einzelnen Sekunden-, Minuten- und Stundenzeiger einer Uhr miteinander verbunden und voneinander abhängig eine Einheit bilden, rufen sich die Zeiger in der Maschinerie der kosmischen Uhr, wie *„der Wechsel von Tag und Nacht gleich den Sekunden, der Wechsel der Jahre gleich den Minuten“ und *„der Wechsel der Generationen gleich den Stunden“ gegenseitig in Erinnerung und ergänzen sich.

*„Zum Beispiel:

Die Zeit der Morgendämmerung (fadjr): Sie geht bis Sonnenaufgang und gleicht der Frühlingszeit, die zudem an die Zeit erinnert, da der Mensch noch im Mutterleib ruhte, und sie ruft auch die Zeit des ersten der sechs Schöpfungstage, da Himmel und Erde gemacht wurden, wieder in Erinnerung, und gemahnt so an das Wirken Gottes zu allen diesen Zeiten.

Die Mittagszeit (zuhr): Sie gleicht der Zeit der Sommersonnenwende, der Zeit der reifen Jahre und auch dem Abschnitt der Schöpfung, da der Mensch erschaffen wurde; weist darauf hin, gemahnt an die Manifestation des Erbarmens Gottes, Seinen Segen und die Gnaden, die Er zu all diesen Zeiten erwiesen hat.

Die Nachmittagszeit (asr): Sie gleicht dem Spätsommer, der Zeit der späten Jahre und auch der »Glücklichen Zeit« (asri saadet) des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, der letzten Epoche und erinnert an das Wirken Gottes und die Gnadenerweise des Erbarmers zu allen diesen Zeiten.

Die Abendzeit (maghrib): Sie gleicht der Zeit des Spätherbstes, erinnert daran, dass so viele Geschöpfe nun Abschied nehmen müssen und auch an den Tod des Menschen und den Untergang der Welt und lässt so das Aufstrahlen der Majestät Gottes verstehen und erweckt so den Menschen aus dem geistigen Schlaf der Gottvergessenheit (gaflet)... warnt ihn...

Die Nachtzeit (i'sha): Es ist eine dunkle Welt, die alle Spuren der Welt des Tages mit einem schwarzen Leichentuch überdeckt. So deckt auch des Winters weißes Leichentuch das Antlitz der erstorbenen Erde zu. So folgen auch nach dem Tode des Menschen seine letzten Spuren ihm in den Tod nach und verschwinden unter der Decke des Vergessens. So wird auch diese Welt, die ein Ort der Prüfung ist, ganz und gar abgeschlossen werden. An all dies erinnert die Nachtzeit und verkündet so die Majestät Gottes und die Allgewalt Seiner Herrschaft in all Ihrer Majestät und Ihrem ganzen göttlichen Zorn…………….

Diese Textauszüge aus der „Risale-i Nur“ verdeutlichen das die Weisheit und Tiefe in der Erkenntnis der gedankenreichen Bedeutungen der Gebetszeiten aus unendlich viele Facetten betrachtet werden kann, die wiederum sowohl Herz als auch Verstand inspirieren und die Glaubenswahrheiten näher bringen.

Der Qur`anvers (Sure 39,Ayet 9) „Sage, können die Wissenden und Unwissenden gleich sein?( Darüber) können nur die Klugen nachdenken.“ und der Hadith „Eine Stunde „Tefekkür“ (tiefgreifende u. umfassende Erkenntnis) ist besser als 70 Jahre „Nafile Ibadet (Beten)" des Propheten Muhammed (s.a.s.) veranschaulichen, dass nicht durch blinde Nachahmung, sondern erst durch die Einsicht und die daraus folgende Hingabe das Gebet mit Aufrichtigkeit vollzogen werden kann.

* „Der Mensch ist von Natur aus sehr schwach. Darum stört ihn alles und jedes, beeindruckt ihn, schmerzt ihn. Dazu ist er auch noch äußerst unbeholfen. So sind seine Plagen und seine Feinde äußerst zahlreich. Und weiter ist er auch noch ein ganz armseliges Geschöpf. Dagegen sind seine Bedürfnisse mehr als genug. Und überdies ist er auch noch faul und völlig unbegabt. Doch die Verantwortlichkeiten des Lebens lasten schwer auf ihm. Dazu ist er auch noch durch sein Menschsein mit aller Welt verbunden. Doch alles, was ihm lieb und vertraut geworden ist, wird ihm durch Tod und Trennung ständig wieder entrissen, was ihn zutiefst schmerzt. Und weiter noch zeigt ihm sein Verstand hohe Ziele und bleibenden Gewinn. Doch sein Arm ist kurz, sein Vermögen ist wenig, seine Geduld ist gering.“

Demgemäß ist es für die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit und das Wohlbefinden der Seele(ruh) unentbehrlich sich Allah anzuvertrauen, Ihn *„um Hilfe und Erfolg zu erbitten….... sich im Bewusstsein seiner Schwäche vor der allgewaltigen Größe Seiner Majestät zu verneigen…... seine Liebe und Verehrung und zugleich auch die eigene Nichtigkeit zum Ausdruck zu bringen…“ und beim Namaz (Gebet) die Qur`anverse „Dich allein beten wir an und nur von Dir erbitten wir Hilfe! (Sure 1, 5), Führe uns den rechten Weg!(Sure 1, 6)“ zu verinnerlichen.

* „Damit ist nun gesagt, dass diese fünf Zeiten (des Tages und des Gebetes) jede einzelne für sich Zeichen einer gewaltigen Umgestaltung, Ausdruck der Großtaten des Herrn, Male all der Gnadengaben Gottes sind. Es ist unsere Schuld und Verpflichtung, diese gebotenen Gebete zu den vorgeschriebenen Zeiten zu verrichten. So liegt in dieser Anordnung dieser Gebete zu diesen Zeiten eine unendliche Weisheit...“

* Quelle: Die *gekennzeichneten Texte sind aus dem 9.Wort von Bediuzzaman Said Nursi


Selam & Dua 

Fragenandenislam - Team


Share this