Anasayfa | Das Leben / Gefühle

Wie steht der Islam zum Masochismus?


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Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Wäre so etwas im Islam erlaubt?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Der Islam ist eine Religion, die das gesamte Leben und alle Lebenslagen des Menschen behandelt. Daher wird die Sexualität als ein wichtiges Thema des menschlichen Lebens nicht vernachlässigt. In gewissen Maßen und so, dass das Erlaubte dem Vergüngen und dem Versorgen ausreicht, wurde die Sexualität ausgestattet. Aus dem entsprechendem Vers sehen wir dass es den Ehepartnern erlaubt ist, ausgehend von den Geschlechtsteilen seines Partners, in jeglicher Sicht sexuell zu nähern, dies ist nicht verboten (vgl. Sura al-Baqara 223).

Die Ehepartner haben mithin auch die Pflicht einander sexuell zu befriedigen. Der Prophet (s.a.s.) hat die Männer die sofort ihre Angelegenheiten erledigen, ohne dabei an ihre Frau zu denken, mit einem Tier verglichen und empfohlen, man solle sich liebkosen und zärtlich/sinnlich mit einander umgehen, ehe man den sexuellen Akt vollzieht (vgl. Suyutî, el Camiu's-Sağîr, VI/323).

Es gibt jedoch einige Grenzen die der Mensch sowohl für seine körperliche als auch für seine geistige Gesundheit einhalten sollte. Sich selbst Schaden zuzufügen ist solch eine Grenze. Dies wäre auch aus sexuellen Gründen nicht erlaubt;

Durch die Verse im Quran "Begibt euch nicht mit eigenem Willen in Gefahr" (in ungefährer Bedeutung der Sura al-Baqara 2/195) und die Verse :" Begeht kein Selbstmord". (in ungefährer Bedeutung der Sura an-Nisāʾ 4/29), kommen die Gelehrten meistens zu dem Beschluss, dass es verboten ist, seinem Körper zu schaden.

In einer Überlieferung, wird gesagt: "Allah befiehlt, immer und in jeder Situation, die Güte und die positive Umgangsform."
Jemand der sich Schaden zufügt, hat den Befehl Gottes, der Güte und der positiven Umgangsform missachtet. (aus dem Müntedeyatu mevkii'l - Ezher entnommen).

In einer anderen Überlieferung wird gesagt: " Der Mensch darf weder sich selbst, noch einem anderen Schaden zufügen. (Ibn Mace, Ahkam, 17)
Die Schlussfolgerung hierbei ist, dass man Unrecht nicht mit Unrecht entgegnen kann. (Mecelle md. 19)
So wie dass es ist nicht erlaubt ist, weder sich selbst, noch jemandem anderen Schaden zuzufügen, so ist es auch nicht zulässig, Unrecht mit Unrecht zu erwiedern.
Man nimmt das Rechtswesen (z.B. die Juristen) in Anspruch, um die Ungerechtigkeit zu entschädigen.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass so etwas wie Masochismus nicht mit dem Islam und dem Moralverständnis eines Muslims vereinbar sein könnte. Wir sehen im Masochismus eine Perversion und ein vor allem auf lange Sicht gesehen destruktives und verstörendes Verhalten für die geistige und seelische Gesundheit des Menschen.

Der Islam erlaubt dem Menschen somit sich innerhalb der Grenzen der Ethik und des Erlaubten frei zu entfalten. Die Grenzen die der Islam setzt sind zum Schutz dieser Werte und zur Wahrung des Menschen gedacht. Die Einhaltung der göttlichen Gebote und Verbote schützt somit den Menschen hinsichtlich der geistigen, körperlichen und seelischen Gesundheit. Sie stellen in dem Sinne keinen Verlust dar, auch wenn sie im Volksmund manchmal als strenge Reglementierung wahrgenommen werden. Während der Mensch sich manchmal ungeduldig, impulsiv und unwissend nach etwas sehnt, nimmt er alles was ihn scheinbar davon abbringt als schlecht wahr. Dabei erahnt er nicht welch langfristige Schäden er durch sein eigenes Verhalten verursacht. Mit seiner unendlichen Weisheit und Barmherzigkeit stellt Gott uns Gebote und Verbote die uns davor schützen, sofern wir uns entscheiden ihnen Folge zu leisten. Diese Thematik sowie ähnliche Fragestellungen sollte man mit dieser Perspektive analysieren.      

 

Selam & Dua
Fragenandenislam - Team

 

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